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Tiny House and much moor…

Am Sonntag, den 12. September 2021, lud der Verein ÜBERMOORGEN eV. auf den Dorfplatz in Worpswede zu einem Moor-Infotag. Der Star der Veranstaltung war das Paludi-Tinyhouse der Firma Moor&more. Das rollende Haus wurde in der  Zusammenarbeit mit dem Greifswalder Moorcentrum gebaut und dient als Anschauungsprojekt für die darin verarbeiteten besonderen Materialien: Erbauer Torsten Galke und Landschaftsökologe Sören Manzel erklärten den Gästen die besonderen Vorteile der verarbeiteten Baustoffe wie Schilf, Rohrkolben und Moorgras.

„Wir haben uns sehr gefreut, dass wir das Paludi-Tinyhouse auf seiner Tour durch Norddeutschland für einen Stopp in Worpswede gewinnen konnten. Eine tolle Veranstaltung, mit vielen interessierten Besuchern aus nah und fern,“ so berichtet Jan Herrmannsen von ÜBERMOORGEN e.V.. Ein besonderes Highlight für den Verein ist, dass bei diesem Projekt unter anderem Gräser aus der Teufelsmoorregion verarbeitet wurden.

Dass das Moor am Besten nass ist, zeigte die Moorschutzgruppe der Biologischen Station Osterholz. Anhand von bunten Ballons wurde der Unterschied des CO2-Ausstoßes gleich großer Flächen mit unterschiedlicher Nutzung anschaulich verdeutlicht. Ein Hingucker der viel Besuch bekam.

Den ganzen Tag über warteten die Menschen geduldig in der Coronaschlange vor dem Haus und kamen dabei ins Gespräch. So auch einige Teufelsmoorbauern, die sich über die Wiedervernässung ihrer Böden und die wirtschaftlichen Möglichkeiten informieren wollten. Sie hatte das Landvolk vom Kreisverband Osterholz eingeladen. Der Verband informierte über seine Arbeit in der Landschaftspflege, die Möglichkeiten der Pelletierung von Naturschutz-Heu und das Projekt „Moorland“ des BUND.

Für Galke und Manzel war diese Veranstaltungstag in Worpswede eine besondere Gelegenheit, mit den angehenden Klima-Landwirten ausführlich über die wirtschaftliche Nutzung von Moorböden bei gleichzeitigem Klimaschutz zu sprechen. Allerdings berichteten die Landwirte*innen von zum Teil großen behördlichen Schwierigkeiten bei der Beantragung von staatlicher Unterstützung für mögliche Wiedervernässung.

Für diese Sorgen war der Deutsche Verband für Landespflege/Niedersachen (DVL) auf dem Worpsweder Dorfplatz Ansprechpartner. Beim Verband bekommen die Landwirte*innen Rat in Klimaschutzfragen. Der DVL informiert und coacht seine Mitglieder vermehrt in Bezug auf das hohe CO2-senkende Potenzial bei der Landnutzung und dem Schutz von Moorböden, sowie in der Landwirtschaft auf extensiv genutzten Grünland.

Hoch motiviert zogen Galke und Manzel zum nächsten Tourstandort: „Wir werden jetzt eine effektive Maschine zur Pelletierung von Moorgräsern etablieren. Unser Ziel ist ein pelletherstellender Betrieb in der Region von Greifswald und später auch in der Teufelsmoorregion. Natürlich als Genossenschaft mit den Landwirte*innen, denn dann verbindet sich Forschung und wirtschaftliche Nutzung zu regionaler Wertschöpfung und Klimaschutz!“

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